# Winkelmessungen im Dünnschliff
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Bei der Mineralbestimmung sollten stets charakteristische Winkel, wie etwa Kristallflächen, [Spaltwinkel](https://geowiki.geo.lmu.de/wiki/Spaltbarkeit "Spaltbarkeit"), [Auslöschungsschiefe](https://geowiki.geo.lmu.de/wiki/Ausl%C3%B6schungsschiefe "Auslöschungsschiefe") oder [Zwillingsverwachsungen](https://geowiki.geo.lmu.de/wiki/Zwillinge "Zwillinge") in die Beschreibung mit aufgenommen werden. So lassen sich z.B. Pyroxene und Amphibole anhand ihrer Spaltwinkel voneinander unterscheiden oder einzelne Amphibole anhand ihrer Auslöschungsschiefe genauer charakterisieren.
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## Inhaltsverzeichnis
- [1 Voraussetzungen](#Voraussetzungen)
- [2 Messung](#Messung)
- [3 Literatur](#Literatur)
- [4 Autor:innen](#Autor:innen)
## Voraussetzungen
Für eine Winkelmessung im Dünnschliff muss der drehbare Objekttisch des Mikroskops mit einer Skala mit 360°-Teilung versehen sein. Zudem muss eine Bezugsrichtung, z.B. durch das Fadenkreuz eines Spezialokulars gegeben sein. Für eine möglichst exakte Messung sollte zuvor die korrekte [Zentrierung des Mikroskops](https://geowiki.geo.lmu.de/wiki/Zentrieren_eines_Mikroskops "Zentrieren eines Mikroskops") überprüft werden.
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| **Beachte:** | |
| Stets vorsichtig den Objekttisch drehen und nicht dagegen drücken! Sollte sich der Dünnschliff nicht mitdrehen, ist meist der [Kondensor](https://geowiki.geo.lmu.de/wiki/Aufbau_eines_Mikroskops "Aufbau eines Mikroskops") zu weit oben und muss abgesenkt werden. |
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## Messung
Zur Messung eines Winkels verschiebt man nun den Dünnschliff, sodass der Schnittpunkt zweier Flächenspuren (1 und 2 in Abbildung) mit dem Schnittpunkt des Fadenkreuzes übereinstimmt. Diese zwei Flächenspuren, z.B. [Spaltbarkeiten](https://geowiki.geo.lmu.de/wiki/Spaltbarkeit "Spaltbarkeit"), sollten dabei möglichst dünn und scharf erscheinen.
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Zuerst muss eine der [Spaltbarkeiten](https://geowiki.geo.lmu.de/wiki/Spaltbarkeit "Spaltbarkeit") mit einem beliebigen Faden des Fadenkreuzes zur Deckung gebracht werden und der erste Winkelwert A am Nonius (Feststellschraube an der Seite des Objekttisches) abgelesen werden. Anschließend dreht man den Objekttisch bis der zweite Spaltriss mit dem selben Faden zur Deckung kommt und ließt den zweiten Winkelwert B ab. Der gesuchte Winkel errechnet sich dann aus der Differenz zwischen den Ablesewerten A und B.
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Durchführen einer Winkelmessung im Dünnschliff, verändert nach Raith (2011), bearbeitet von K. Maetschke, 2019
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| **Tipp:** | |
| Da Minerale im Dünnschliff meist schräg angeschnitten sind, sollten Winkelmessungen stets an mehreren verschiedenen Körnern vorgenommen und anschließend ein Mittelwert gebildet werden. |
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## Literatur
- Tröger, W.E. (1982): Tabellen zur optischen Bestimmung der gesteinsbildenden Minerale. Schweizerbart´sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart
- Raith, M.M., Raase, P., Reinhardt, J. (2011): Leitfaden zur Dünnschliffmikroskopie
- Stosch, H.-G. (2009): Skript zur Kristalloptik II – Mineralmikroskopie
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## Autor:innen
: : : : : Dieser Artikel wurde geschrieben und gegengelesen von:
: **Carina Poetsch, Lina Seybold**
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- [Tutorium Polarisationsmikroskopie](https://geowiki.geo.lmu.de/wiki/Kategorie:Tutorium_Polarisationsmikroskopie "Kategorie:Tutorium Polarisationsmikroskopie")
- [Analytik Methoden](https://geowiki.geo.lmu.de/wiki/Kategorie:Analytik_Methoden "Kategorie:Analytik Methoden")